Die Gefahren

Mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder der Welt wurde bis heute bereits zerstört.

Nur kleine Inseln sind noch erhalten

Allein in Peru gehen jedes Jahr bis zu 160.000 Hektar Regenwald verloren. Das entspricht der neunfachen Fläche des Dschungelreservats von Mein Regenwald. Die ganze Region, in der das Mein-Regenwald-Projekt liegt, ist schon heute bis auf wenige Reste entwaldet. Zu diesen Restwäldern, die bis heute überlebt haben und deshalb besonders geschützt werden müssen, gehört Mein Regenwald.

Die größten Gefahren für die Regenwälder in alphabetischer Reihenfolge:

Bodenschätze

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Es sieht aus wie nach dem Krieg! Wo vor zwei Jahren noch einer der artenreichsten Regenwälder der Erde stand, gibt es heute nur noch quecksilberverseuchten Sand. Denn abertausende kriminelle Goldschürfer fallen über den Regenwald her. Sie durchpflügen jeden Quadratmeter Boden und waschen auch noch das letzte Krümelchen Gold aus dem Sand. Zurück bleibt eine Wüste. Wald wächst hier nie wieder und die Kinder der Einheimischen werden krank, weil ihre Nahrung und ihr Wasser verseucht sind. Neben diesen Goldminen, gibt es riesige Silber- und Kupferbergwerke, die den Dschungel bedrohen. Der Regenwald von Mein Regenwald ist vor allem von der Suche nach Erdöl und Erdgas bedroht. Denn selbst wenn uns der Wald übertragen wurde, so gilt das nur für alles, was über der Erde wächst. Der peruanische Staat darf mit den Bodenschätzen unter der Erde laut Gesetz machen, was er will – egal wer oder was oberirdisch von dem Wald lebt.

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Feuer

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Von Natur aus gibt es im Regenwald kein Feuer, es ist einfach zu feucht. Deshalb hat auch keine Pflanzenart Abwehrmechanismen gegen Waldbrände entwickelt. Wenn der Mensch Feuer legt, ist der Wald schutzlos und nach einem größeren Waldbrand wächst so schnell nichts mehr. Besonders schlimm wütet Feuer aber in den Bergwäldern, denn die stehen oft auf meterdicken Torfschichten. Wenn der Wald abbrennt, trocknet dieser Boden aus und das Feuer lodert unterirdisch oft jahrelang weiter. Früher nutzten die Indianer Brandrodung in kleinem Maßstab. Nach ein paar Jahren zogen sie weiter und der Wald konnte sich erholen. Doch heute lodern jeden Sommer tausende Brände, die absichtlich gelegt werden. CO2 wird massenweise freigesetzt und riesige Waldgebiete gehen Jahr für Jahr durch Brandrodung verloren. Verschlimmert wird diese Situation vom Klimawandel, der die Niederschlagsmuster verändert, so dass sich lokal gelegte Feuer zu riesigen Waldbränden entwickeln können, die tausende Hektar auf einmal zerstören und ganze Berge kahl und schutzlos zurücklassen.

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Holzfäller

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Holzunternehmen sind häufig die ersten, die ein Waldgebiet heimsuchen. Sie bauen Straßen und reißen mit ihren Maschinen riesige Wunden in den sensiblen Waldboden. Die Waldarbeiter bauen illegale Camps tief im Dschungel. Sie ernähren sich vom Fleisch wilder Tiere, die sie massenhaft erlegen. Dabei ernten sie meist nur die ältesten und wertvollsten Bäume und machen selbst vor Mutterbäumen keinen Halt, deren Saatgut der Wald braucht, um wieder nachzuwachsen. Auf den Wegen, die die oft illegal operierenden Holzfäller bis tief in den Regenwald bauen, kommen dann die illegalen Siedler. Sie legen Feuer in dem übriggebliebenen Wald und wandeln diesen Schritt für Schritt in Agrarland um. So gehen überall in Peru große Waldgebiete verloren – jedes Jahr.

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Landraub

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Große Investoren, landhungrige Kleinbauern, Spekulanten und korrupte Beamte – sie alle wollen Land in den Regenwäldern kostenlos an sich reißen. Sie brennen den Regenwald nieder und verwandeln ihn in Felder, Weiden und Plantagen. Mit katastrophalen Folgen für den Artenreichtum, den Niederschlag und das Weltklima.

Sich ein Stück Regenwald illegal anzueignen ist ganz einfach: Man findet ein Stück Regenwald und besetzt es. Dann lässt man dieses Gebiet von korrupten Beamten in der Landwirtschaftsbehörde auf den eigenen Namen eintragen und schon gehört ein Stück ehemalige Wildnis einem illegalen Landbesetzer, der damit machen kann, was er will. So hat sich eine regelrechte Landspekulationsmafia gebildet, die selbst vor Indianerreservaten und staatlichen Naturschutzgebieten nicht Halt macht.

Genau deshalb brauchen wir bei Mein Regenwald Kontrollposten und Waldhüter, denn die 18.000 Hektar Regenwald, die wir schützen, sind für andere nur ein Spekulationsobjekt. Deshalb müssen wir den Wald gut bewachen.

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Plantagen

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Ob Ölpalmen, Ananas, Zitrusfrüchte, Kaffee oder Gemüse – im Regenwald wächst alles, zumindest theoretisch. Was der Dschungel in kleinem Maßstab verkraften kann, wird in Monokulturen zum Problem. Die erstrecken sich vielerorts nämlich über etliche Kilometer. Wo früher der Regenwald stand und tausenden Arten eine Heimat bot, wachsen heute nur noch Kaffeesträucher oder Ölpalmen, soweit das Auge reicht. Doch der Regenwald macht sich seinen Regen selbst: Große Wälder verdunsten viel Wasser und erzeugen viel Niederschlag, der dann wieder neue Wälder wachsen lässt und das Weltklima abkühlt. Mittlerweile wurde aber für Plantagen bereits so viel Wald vernichtet, dass die Niederschlagsmengen sich verändern. Die Monokulturen laugen die Böden aus und Erosion wird zu einem großen Problem. Der Regenwald von Mein Regenwald ist vor allem von Ananas-, Kaffee-, Orangen- und Gemüseplantagen bedroht, weil die Plantagenbesitzer auch noch die letzten Wälder für immer neue Anbauflächen roden wollen.

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Rinder

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Rinder sind eine echte Plage im tropischen Regenwald. Denn ursprünglich stammen sie aus den Steppengebieten Westasiens und haben im empfindlichen Ökosystem Amazoniens nichts zu suchen. Doch für die Rinderherden werden riesige Flächen niedergebrannt, um sozusagen künstliche Steppen anzulegen, auf denen sie weiden können. Das eingeschleppte Gras verdrängt heimische Pflanzen. Die schweren Rinder verdichten mit ihren harten Hufen den Boden so sehr, dass die empfindlichen Wurzeln der Bäume nicht mehr wachsen können. Ohne Bäume ist der Boden den Strahlen der tropischen Sonne schutzlos ausgeliefert. Er trocknet aus, verhärtet und lässt bei Regen kein Wasser mehr eindringen. Der Regen läuft dann oberirdisch ab und spült jedes Jahr Milliarden Tonnen fruchtbaren Boden in die Flüsse, die dadurch so trüb werden, dass sie für Fische unbewohnbar werden. Gleichzeitig überdüngen die massigen Rinder den sonst kargen Urwaldboden, was zu einem massiven Artensterben führt. Die meisten Orchideen z.B. können so viel Stickstoff im Boden nicht aushalten und sterben ab. Wo früher endlose Regenwälder standen, die Milliarden Tonnen CO2 banden, weiden heute viele Millionen Rinder überall in Amazonien, die als Wiederkäuer jeden Tag große Mengen Methangas produzieren, das den Klimawandel noch mehr anheizt als CO2.  

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Straßenbau

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Überall in den Regenwäldern Perus wurden in den letzten Jahren große und kleine Straßen gebaut, legale und illegale. Über die Straßen kommen die Plantagenbesitzer, Holzfäller und Goldsucher in vorher unzugängliche Gebiete. Häufig hat der Wald dann nur noch wenige Jahre, bevor er für immer verloren ist.

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